USA

27.09.2015 Yosemite National Park

Der Campingplatz hier ist sehr weitläufig. Die nächsten Nachbarn sind weit weg. Hier ist absolute Ruhe.
Mit dem Wohnmobil fahren wir ins Yosemite Valley. Das ist die sehenswerteste Stelle im National Park und ein unglaublich schönes Tal, flankiert von zwei beeindruckenden Bergen namens El Capitan und Half Dome. 

 

Yosemite National Park
 
Weil der Reiseführer uns vor langen Staus gewarnt hat, sind wir sehr früh unterwegs. 

Die Straße ist zum Teil sehr eng und wir passieren einige Tunnel. Vor jedem Tunnel ist ausgeschildert, wie hoch dieser ist. Plötzlich bremse ich scharf und halte an. An einem steht 10′ 4″ – unser RV hat aber 12′ 6″. Warum warnt der Reiseführer oder sonst jemand nicht viel früher? Ich sehe mich schon rückwärts die kurvigen Straßen zurück fahren. Nachdem der Puls wieder etwas niedriger schlägt, sehen wir den Zusatz „an der Bordsteinkante“; in der Mitte ist der Tunnel deutlich höher und wir passen durch. So viel Stress am frühen Morgen!
Mir fällt auf, dass die Amerikaner die Gegend weniger kommerziell ausschlachten als gedacht. Es gibt ein Besucherzentrum mit Informationen zur Gegend, kostenlose Shuttle Busse zu den verschiedenen Wanderwegen und Aussichtsplätzen, kostenlose Toiletten und sogar Duschen ist hier möglich. Eichhörnchen und Hirsche sind so sehr an die Menschen gewöhnt, dass sie zwischen den Besuchern herum laufen. Am Start unser ersten Wanderung sehen wir, wie mehrere Bergretter mit einem Helikopter abgeholt werden. Irgendwo muss etwas passiert sein.

 

Rettungsflug
 
Wir wandern einige Stunden durch die Natur und betrachten die Felswände, von denen sonst die Wasserfälle stürzen. Zu dieser Jahreszeit sind sie leider trocken. 

Nach einem warmen Mittagessen im Wohnmobil – wir haben ja alles dabei ? – geht es weiter zum Mirror Lake. Der hat nur zurzeit ebenfalls kein Wasser. Es ist also „nur“ ein Sandboden zu sehen. Trotzdem sehr schön.

 

Mirror „Lake“
 
Auf einem Schild stehen Tipps, wie man sich verhält, falls ein Berglöwe kommt. Man soll sich auf jeden Fall wehren, falls er angreift. Aha! Nun gut, als wir da sind, kommt keiner. 

Zurück auf dem Campingplatz, sammle ich eifrig Feuerholz. Das gibt es hier in rauen Mengen. Zum obligatorischen Lagerfeuer gibt es Burger. Herrlich!

Baumrinde brennt sehr schlecht und geht oft wieder aus. Das ist bestimmt das Geheimnis der Bäume mit dem verkohlten Stamm, aber grünen Kronen. 

 

Immer wieder der bange Blick auf die Anzeige
 
Leider konnten wir kein frisches Wasser für unseren Wassertank auftreiben. Obwohl es jetzt wirklich knapp wird, motivieren unsere Füße uns, trotzdem zu duschen.

26.09.2015 Von San Francisco in den Yosemite National Park

Ines geht es glücklicherweise langsam besser. Auf dem Weg tanken wir zu teuer. Ein paar Meter weiter wäre es 50 $ günstiger gewesen. Ärgerlich! Seit dem letzten Stop haben wir 31 Liter Super / 100 km verbraucht. Für eine kleine Wohnung mit dem Luftwiderstand einer Bergwand ok. Aber die fast 200 $ belasten die Urlaubskasse schon.

Um Nachschub zu holen, geht’s zu Walmart. Das ist wirklich Erlebniseinkaufen. Große Parkplätze, drinnen gibt es kostenloses WLAN. Und für die dicken oder fußlahmen Kunden stehen Elektroshopper bereit, mit denen sie ihren Einkauf machen können. Damit will ich auch mal fahren. Außerdem wird einem der Einkauf an der Kasse systematisch in Tüten gepackt. Das ist echt mal cool. Eine Tüte mit Obst und Gemüse, eine mit Dingen für den Kühlschrank, fürs Bad, etc. Ich hatte das schon mal gehört, aber ich hatte nicht gedacht, wir praktisch das ist. 
Angekommen im Yosemite National Park erfahren wir, dass wir Glück haben. An sechs Tagen im Jahr ist der Eintritt frei und heute ist einer davon.

Unser Campground heißt Crane Flat und ist ohne Strom geschweige denn Hook-Up-Station. So wie die vielen anderen Campingplätze hier im Park. Mal sehen, wie sich unser Hitech-Camper damit schlägt. Besser gelegen sind die Plätze direkt im Yosemite Valley, aber die sind alle schon seit Monaten ausgebucht. So müssen wir morgen die ca. 15 Meilen hin- und wieder zurückfahren. 

Der Stellplatz ist zu schief, unsere Jacks können nur korrigieren; es bleibt etwas schräg. 

Hier herrscht große Bärengefahr, Lebensmittel dürfen nur in speziellen Metallbehältern aufbewahrt werden oder im Wohnmobil. Im Zelt sind sie verboten. 
Auf unserem ersten Spaziergang durch die nähere Umgebung sehen wir viele verbrannte Bäume. Einige sind oben trotzdem grün. Aktuell herrscht hier sehr hohe Waldbrandgefahr. Trotzdem dürfen wir ein Lagerfeuer machen. Das Holz darf man sich hier einfach in Wald suchen. Natürlich nur herunter gefallenes. Das ist unkomplizierter als bei uns.  

Lagerfeuer in Crane Flat
 Der Frischwasser-Anzeige warnt vor zur Neige gehendem Tank. Jetzt schon? Das geht schneller als gedacht. Also fällt morgen früh das Duschen aus.

25.09.2015 San Francisco

Wieder shutteln wir ins Zentrum und starten eine Hop-On-Hop-Off-Bus-Tour durch die Stadt. Wir haben einen tollen Guide an Board. Sie erzählt äußerst witzig und mitreißend. Jeder könne hier so sein, wie er ist. Hier sei jeder willkommen, auch Obdachlose.
Es ist eine bunte und sehr sympathische Stadt. Dazu trägt sicherlich auch die Hippie-Vergangenheit und die große Bedeutung für die Schwulen-und Lesbenszene bei. Der Anteil Homosexueller beträgt hier 20%.
Ein altes Haus wurde von Francis Ford Coppola gekauft und somit vor dem Abriss gerettet und ist jetzt optisch eine schöne Seltenheit.  

Haus von Francis Ford Coopola
 
Bei der Golden Gate Bridge machen wir natürlich einen längeren Stopp. Sie ist in Wirklichkeit noch viel größer und einfach sehr schön. Wir haben Glück – oft ist sie von Nebel verhüllt.

 

Golden Gate Bridge
 
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Die Golden Gate Bridge wurde 1937 fertiggestellt. Sie hat eine Gesamtlänge von 2.737 Metern und ist 27 Meter breit. Die beiden Türme sind jeweils 227 Meter noch. Die beiden Tragseile haben einen Durchmesser von 92,4 c, sind 2.331,7 Meter lang und wiegen 24.500 Tonnen.
Der Name Golden Gate (goldenes Tor) stammt aus den Zeiten des Goldrausches und bezeichnet die ca. 8 x 3 Kilometer lange Bucht. Es ist ein Mythos, dass die Brücke dauernd gestrichen werden muss. 1968 wurde der Originallack (wegen Korrosion) ersetzt. 1990-1995 wurde der Lack wegen Luftstandards erneut ausgetauscht. 
Modell eines Kabels in Originalgröße
 
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Weil es auf der Karte näher aussah, gehen wir sehr lange zurück und essen schließlich in Chinatown, bevor es wieder zum Campingplatz geht. Wir sind noch mehr kaputt als gestern.
Beide Abwassertranks sind voll. Aber kein Problem, dank Hook-Up einfach an zwei Hebeln ziehen und schon fließt alles sauber ab. Super! Erneut frage ich mich, warum es das in Europa nicht gibt.

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Beim großen Aufschwung wurde in San Francisco etwas Gold gefunden und hat fast über Nacht etliche Goldsucher angelockt. Gefunden wurde später aber viel Silber. Aber reich geworden ist die Stadt durch die Banken. Heute leben in der viertgrößten Stadt Kaliforniens ca. 800.000 Einwohner.
Das sogenannte Silicon Valley (die korrekte Übersetzung für Silicon ist übrigens Silizium und nicht Silikon ?) ist gleich um die Ecke. Dort sitzen Google, Facebook, Apple und Co.
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24.09.2015 San Francisco

Ines ist krank. Sie hat sich eine ordentliche Erkältung eingefangen. Und das hier!
Dieser Campground ist kein typischer Campingplatz, sondern ein Stellplatz. Unser RV passt von der Länge gerade so rein. Direkt daneben grenzen schon die Nachbarn an. Der Untergrund ist betoniert. Daneben gibt es einen Umladeplatz für Sand und Kies. Dafür gibt es Full-Hook-Up. Das wissen wir jetzt zu schätzen. Außerdem sind wir durch die schlechten Bewertungen im Internet bereits gewarnt und werden so positiv überrascht. Wir sind zufrieden.
Zum Frühstück gibt es unter anderem Bagel mit Rosinen und Zimt.
Dann geht’s mit dem Campingplatz-Shuttle ins Zentrum. Aufgrund der großen Nachfrage, haben wir bereits in Deutschland Tickets für die Gefängnisinsel Alcatraz gekauft. Trotzdem müssen wir anstehen. Aber es gibt freies WLAN. Die Überfahrt dauert nur kurz. Alcatraz war erst ein Militärgefängnis und ist seit 1933 ein Hochsicherheitsgefängnis für Schwerverbrecher gewesen. Es hat eine prominente Lage in der Bucht von San Francisco. Einer der bekanntesten Insassen war Al Capone. 

Zwei Zellen
 
Die Zellen wirken kalt und grausam. Es gibt auch Einzelhaft mit leeren und absolut dunklen Zellen. Eine besondere Bestrafung sei es für die Häftlinge gewesen, einen so tollen Blick auf die Stadt zu haben, aber zu wissen, dass man dort nicht hin kann. Die Führung mit Audioguide ist gut. Angeblich gab es keine erfolgreiche Flucht. Nur ein blutiger Versuch und einer mit verschollenen Ausbrechern ist dokumentiert. Bis an Land zu schwimmen ist wegen des kalten Wassers wohl fast unmöglich. 1963 wurde Alcatraz geschlossen, als sich mehr um die Wiedereingliederung der Kriminellen gekümmert wurde ist, als um pure Bestrafung.

Nach dem ernsten Kapitel der Stadt, geht es zum Pier 39, direkt neben dem Alcatraz-Fähranleger. Es laden einige Restaurants und Geschäfte zum bummeln ein.
Natürlich fahren wir auch mit dem Cable Car. Wir machen den Touristen-Anfängerfehler und stellen uns am Start-/Endpunkt ca. 45 Minuten an. Wie wir später erfahren werden, stellen sich die Erfahrenen an einen der weiteren Stopps und winken, dann wird man eingesammelt. Sei’s drum. Die Fahrt macht großen Spaß, wir sitzen außen.  

Cable Car
 Insgesamt sehen bzw. hören wir viele Deutsche und jetzt auch mehrere sehr dicke Amerikaner. Sonst wäre ich auch enttäuscht gewesen. ?
Nach einem Bummel durch China Town fahren wir mit dem Shuttle wieder zum Stellplatz. Wir sind völlig im Eimer aber glücklich.

Die Toiletten auf den Campingplätzen sind relativ offen, so dass man durch einen Spalt die Kollegen nebenan sitzen sieht. Das muss man mögen.

Der Ford Mustang ist der VW Golf der Amerikaner, so häufig sehen wir das Modell hier.
Bislang gab es überall kostenloses WLAN, aber meistens nur eine sehr langsame Verbindung.

23.09.2015 Vom Carmel Valley nach San Francisco

Die Nacht ist sehr ruhig. Aber kalt. Nach dem aufwachen müssen wir heizen. Ines kränkelt. 
Da wir heute nur etwa 100 Meilen fahren, wollen wir uns noch zwei Städte anschauen. Carmel By The Sea liegt direkt am Meer. Wir suchen einen Parkplatz. Einen? ? Ich stehe auf Fünfen. 

Wir bummeln durch die Straßen und laufen barfuß durch den feinen, hellen Sand. Obwohl wir schon ein paar Tage unterwegs sind, kommen wir jetzt erst richtig im Urlaub an. Vorher war auch immer noch etwas Anspannung dabei. 

Als nächstes geht’s nach Monterey. Clint Eastwood war hier einmal Bürgermeister. Die Stadt ist deutlich größer. Es gibt spezielle RV Parkplätze, auf das auch unseres problemlos passt. 

Die Cannery Row ist eine Straße am Hafen, in der früher Fisch in Dosen verarbeitet wurde. Jetzt ist alles neu gemacht und vom alten Flair ist wenig übrig. Überall Restaurants oder Läden für Touristen. Trotzdem irgendwie nett. Wir  essen unsere ersten amerikanischen Burger. Vor der Weiterfahrt fahren wir noch zur Wharf. Das ist ein Pier mit Buden und Restaurants.  

Burger – leider geil
 Auf dem Weg nach San Francisco steht ein großer Einkauf bei Walmart an. Parken ist auch hier kein Problem. 
Trotz Feierabendverkehr vor San Francisco macht das Fahren so langsam richtig Spaß. Das Ding ist so groß, dass ich meine Arme auf dem Fahrersitz nach oben und nach rechts ausstrecken kann, ohne dass ich irgendwo dran komme. 

Abends ist der Tank bereits halb leer. Auf dem Kilometerzähler stehen 260 Meilen, seit dem Tankstop. Dafür sind wir jetzt in San Francisco. 
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Für Campingtoiletten gibt es spezielles Toilettenpapier. Für Nummer eins ist es kein Problem. Für Nummer zwei ist eine richtige Toilette besser. Das Papier ist sehr sehr dünn und löst sich beim Kontakt mit Feuchtigkeit fast auf. Wozu ist es noch mal?  

„Toilettenpapier“ für Milimeterarbeit
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22.09.2015 Von Santa Barbara ins Carmel Valley

Zum Frühstück gibt es Toast, denn natürlich haben wir nicht nur einen Backofen, eine Mikrowelle, eine Abzugshaube und ein Gefrierfach, sondern auch einen Toaster. Dazu einen Brotaufstrich aus gerösteten Mandeln. Schmeckt so wie es klingt, aber ohne Zucker. Gut. Plötzlich geht der Feuermelder an, vielleicht ist der Toast etwas dunkel…  

 
Heute geht es die Küstenstraße #1 Richtung Norden bis nach Carmel Valley. Es sind zwar keine Serpentinen, aber es reicht, um den Blutdruck auf ein kritisches Maß zu heben. Für unser 7,2-Tonnen-Wägelchen ist es zwischendurch sehr eng. Aber die Aussicht während der Fahrt und bei den Stopps zwischendurch ist beeindruckend. Dafür lohnen sich die graue Haare. Das Fahren stresst mich hier sehr. 
Das Tanken ist ein Highlight. Die Nadel zeigt etwas mehr als viertel voll, also ruhig schon mal tanken. Mit Hilfe springt die Zapfanlage endlich an und pumpt die Gallonen in den Schluckspecht. 40 Gallonen passen insgesamt, sagte der Typ vom Verleih. Komisch, jetzt sind es schon 45 … 46 … 47. Erst bei 49 Gallonen stoppt die Anzeige. Das sind über 180 Liter Super Plus. Hui! Macht 160 Dollar. Naja, ist ja Urlaub. 
Der Stellplatz hier in Carmel Valley ist ganz nett und sehr ruhig. 

Wir fahren das erste mal das Slide-Out raus. Damit gewinnen wir im Wohnbereich etwas über einen halben Meter in der Breite. Vorher war das Ding drinnen groß. Jetzt ist es riesig!

 

2 Zimmer, Küche, Bad
 
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Die Hook-Up-Stations sind eine besondere Erwähnung wert. Auf den meisten Campingplätzen verfügen die Stellplätze über Anschlüsse für Strom und Frischwasser. Sogar Abwasser kann man direkt aus dem Fahrzeug in einen Bodenabfluss leiten. Damit es nicht riecht, kann man es fest verschrauben. Bislang sind die Anschlüsse alle genormt, so dass es immer passt. Da können wir uns in Europa noch was abschauen. So können wir völlig ohne Komfortverlust duschen. Ach ja, ne separate Dusche haben wir natürlich auch. ?  

Hook-Up-Anschlüsse
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21.09.2015 Von Los Angeles nach Santa Barbara

Das Hotel liegt direkt an einer viel befahrenen Straße. Es stört uns aber wenig. Wir müssen was nachholen.
Wir wachen ohne Wecker um halb sechs nach fast zwölf Stunden Schlaf auf.
Frühstück gibt’s in einem recht neuen Café gleich um die Ecke.
Telefonisch erfahren wir, dass unser Wohnmobil, hier Motorhome oder RV genannt, nicht vor zwölf fertig ist. Also nutzen wir die Zeit und radeln mit dem Beachcruiser nach Venice Beach.  

Venice Beach
 Erneut wundere ich mich, wie wenig kommerziell die Gegend ist. Obwohl so dicht an einem tollen breiten Strand, gibt es kaum Filialen bekannter Ketten. Sehr schön! Aber mehr Cafés wären nicht verkehrt.
Ein Fahrer des Hotel bringt uns zu Apollo, unser Camperverleiher.
Die Übergabe zieht sich. Das Wohnmobil musste erst repariert werden, weil es noch einen Schaden an der Markise gab.
Schließlich ist es endlich so weit. Da ist es. Es ist nicht so groß, wie das aus dem Prospekt, das hatte 27 Fuß.
Unser Reisebus
 
 

Bäm! Wir haben das ganz große. Es misst sogar 31 Fuß! Das Ding ist wirklich riesig und hört nach hinten hin gar nicht auf.
Es ist ein Reisebus mit 10 Zylindern und fast 400 PS. Der Typ vom Verleih schaut verwirrt, als Ines immer wieder laut „Scheisse!“ sagt. 
Die Straßen sind zwar breit, für LKW-Fahrtraining ist LA trotzdem nicht empfehlenswert.
Als wir bei Walmart das nötigste kaufen wollen, kommt es auf dem Parkplatz fast zum ersten Unfall. Mit fast 9,5 m schneidet man prinzipbedingt die Kurven. Ob das Ding nicht doch etwas zu groß ist? Das Panik-P blitzt mehr als einmal in unseren Augen auf. Am Ende geht es gut. Aber die Anspannung bleibt.
Als wir doch endlich Richtung Norden aufbrechen, kommen wir in einen ordentlichen Stau in LA.
Deswegen verkürzen wir das Ziel für heute und bleiben in Santa Barbara auf einem Campground direkt am Highway.
Obwohl wir lange nach Geschäftsschluss ankommen, empfängt uns noch ein freundlicher, hilfsbereiter Platzwart. Er gibt uns auch noch wertvolle Tipps zum Umgang mit den Hook-Up Stations an den Campingplätzen.

Unser RV hat einen Generator an Board, für den Fall, das man Strom benötigt und man abseits eines Campingplatzes ist. Mit einem Knopfdruck läuft das Ding und liefert Netzspannung wie zu Hause. Damit es im Stand nicht wackelt, sind sogenannte „Jacks“ installiert. Das sind vier Metallstützen, die elektrisch ausfahren und das Auto automatisch ausbalancieren. So steht das Fahrzeug absolut gerade. „Jacks are down“ – wir auch. Wir packen noch die Koffer aus und räumen die Sachen ein, essen und fallen ins Bett. Unser Stellplatz ist nur durch eine Lärmschutzmauer vom Highway getrennt. Weil wir so müde sind, schlafen wir trotzdem ganz gut.

20.09.2015 Von Hannover über Amsterdam nach Los Angeles

Auf geht’s! Um 06:15 Uhr geht der Flieger ab Hannover. Dann Umstieg in Amsterdam und 09:50 Uhr startet die Maschine Richtung USA. Wir werden voraussichtlich um 11:45 Uhr (Ortszeit) in Los Angeles landen.

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In Kalifornien gilt UTC (früher GMT) -7. In Kalifornien ist es also neun Stunden früher als in Deutschland (im Sommer UTC +2 ).

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Am Flughafen empfängt uns eine große US Flagge – Yeah ‚Murica!

      
Die Beamten bei der Einreise sind auffallend unfreundlich. Kein Lächeln, keine Reaktion auf ein freundliches Danke. Naja, sie müssen wohl so sein.  

Wir nehmen den Bus statt einem Taxi zum Hotel. Ein Dollar pro Person für 45 Minuten ist ok. 

„Welcome to the Hotel California“ – es klingt romantischer als es ist. Viel zu teuer für die Schrammelbutze. Das ist mal nix. Aber es ist halt LA. 

Obwohl wir durch den langen Flug doch ziemlich müde sind, schauen wir uns erstmal den Strand an und essen bei Taco Bell ein paar Buritos. Am Strand ist es weniger kommerziell, als erwartet. Überall treiben die Leute Sport- Aerobic, turnen, Krafttraining, Skaten und tanzen. Sie werden dabei auch gerne gesehen. Viele haben sehr durchtrainierte Körper. Ehrlich gesagt, habe ich mir die Amerikaner dicker vorgestellt. Mal schauen, ob es nur hier so ist.  

Jetzt reicht es für heute. Ab ins Bett!