Der Tag beginnt mit einer Dusche unter freiem Himmel. Das ist schon was besonderes.

Gefrühstückt wird auf der Terrasse in dieser wunderschönen Anlage mitten im Grünen.
Luftlinie ist unserer heutiges Ziel nicht weit weg. Allerdings fahren wir einen großen Bogen entlang der Panorama Route, die ist heute unser eigentliches Ziel.
Zunächst geht es nach Pilgrims Rest, ein ca. 100 Jahre altes, als Museumsdorf erhaltenes Städtchen aus Goldgräberzeiten. Das ist uns ein bisschen zu gestellt und wir halten nicht, sondern fahren nur durch. Zum Glück, denn es gibt auf der Route so viel zu sehen, dass die Zeit am Ende knapp wird.
Zuerst sehen die wir die Mac Mac Falls, das ist ein Wasserfall wie aus dem Bilderbuch.

Die meisten Aussichtspunkte kosten Eintritt. Meistens reichen zehn Rand (gut 70 Cent), das ist noch zu verkraften.
Weitere Punkte sind Pinnacle (eine riesige Quarzitsäule in toller Landschaft), God’s Window (Blick aus Gottes Fenster auf die Berge), Bourke’s Luck Potholes (durch Wasser ausgewaschene Steinformationen), und ein atemberaubender Blick auf den Blyde River Canyon. Immer wieder sind wir sprachlos angesichts dieser fantastischen Natur.




Da wir viel Zeit damit verbraucht haben, die Natur zu bestaunen, müssen wir uns nun beeilen, um vor Anbruch der Dunkelheit noch zur nächsten Station zu kommen. In der Routenbeschreibung werden die letzten 15 Kilometer als eine Schotterpiste beschrieben. Ich habe selten so eine beschönigende Übertreibung gehört. Mal abgesehen von den die kleinen Querrillen, die das Fahren oberhalb von 20 km/h wegen der Vibrationen unerträglich werden lassen, kommen auf der Strecke Huckel, die mit einem normalen PKW kaum zu überfahren sind. Ein Allradfahrzeug wäre hier das Mindeste! Angesichts der Strecke und der ungenauen Wegbeschreibung kommen Zweifel, ob wir richtig sind. Kein anderes Auto weit und breit und die Sonne ist gleich untergegangen. Aber wir wollten ja etwas Abenteuer. Lieber wären wir schon da. Als wir an ein geschlossenes Tor kommen, befürchten wir, umkehren zu müssen. Als sich nach ein paar Sekunden ein Torwart zeigt, sind wir erleichtert. Das war tatsächlich der richtige „Weg“.
Wir sind im Guernsey Private Reserve, einem privaten Park angekommen. Dort werden wir die nächsten beiden Nächte in einem ca. 4m hohen Baumhaus, dem Pezulu Tree House, verbringen. Unseres heißt Marula, benannt nach dem Marula Baum, der mitten hindurch wachst. Drinnen sind sogar viele grüne Zweige. BaumHAUS trifft es wirklich, denn es ist riesig und für uns ganz alleine. Zwei große Zimmer, ein großes Bad mit Badewanne, ein zweites Bad mit Dusche außerhalb und noch ein paar Meter höher. Dahin gelangt man über eine große Terrasse. Hinten gibt es noch eine ca. 15 m² große Terrasse mit Blick auf den Dschungel und sonst nichts. Kein anderes Baumhaus oder irgendein Zeichen der Zivilisation ist zu sehen. Wow! Das hier übertrifft wirklich unsere Erwartungen. Ich vermute, das hier wird auf unserer Reise schwer zu toppen zu sein. Später werden wir merken, dass wir glücklicherweise das vermutlich größte der insgesamt acht Baumhäuser bekommen haben.

Vor dem Abendessen baden wir zusammen, direkt neben uns ist ein großes Fenster mit Blick auf den Dschungel. Leider ist es schon etwas dunkel draußen geworden, sonst wäre es bestimmt noch toller.
Auf der Route habe ich mir tatsächlich einen Sonnenbrand geholt, weil ich die Sonne unterschätzt habe.
Wenn das Abendessen auch nur ok ist, ist es schon perfekt hier. Aber auch das ist gut. Auf einem großen Betonsockel wird erst ein Feuer angezündet und als die Flammen erloschen sind, wird die Glut im Kreis verteilt. Das Abendbüffet wird direkt neben die Kohle gestellt. Das ist eine tolle Idee, denn so bleibt alles heiß und macht auch optisch mächtig Eindruck.
Was für ein toller Tag!

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Ich bin überrascht, wie zivilisiert das Land ist. Ich habe es mir rückständiger vorgestellt.
Überall gibt es zwar Tore mit Stacheldraht vor den Grundstücken. Bei den Lodges auch Sicherheitspersonal. Uns wird überall geraten, nachts nicht alleine raus zu gehen. Wir halten uns dran und fühlen uns sicher. Bislang haben wir noch keine dunklen Gestalten gesehen. Die Touristengebiete scheinen sicher zu sein.
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